Verkauf auf Amazon in Dubai: Ein umfassender Leitfaden

Auf Amazon verkaufen in Dubai – Voraussetzungen und Ablauf
Das Verkaufen auf Amazon in Dubai bietet Unternehmern und Online-Händlern attraktive Möglichkeiten, am stark wachsenden E-Commerce-Markt der Vereinigten Arabischen Emirate teilzunehmen. Um auf Amazon.ae als Verkäufer aktiv zu werden, ist zunächst die Gründung eines Unternehmens in den VAE erforderlich. Mit einer gültigen Handelslizenz sowie einer Emirates ID kann anschließend ein Amazon-Seller-Konto eröffnet und der Verkauf von Produkten über die Plattform gestartet werden.
Die Vereinigten Arabischen Emirate – insbesondere Dubai – haben sich in den letzten Jahren zu einem der dynamischsten E-Commerce-Märkte im Nahen Osten entwickelt. Eine moderne digitale Infrastruktur, effiziente Logistiklösungen und eine hohe Akzeptanz von Online-Zahlungsmethoden fördern das kontinuierliche Wachstum des Online-Handels. Sowohl lokale als auch internationale Händler profitieren von einem kaufkräftigen Marktumfeld und einer zunehmend digitalaffinen Bevölkerung.
Laut aktuellen Prognosen von Mordor Intelligence wird der E-Commerce-Markt in den Vereinigten Arabischen Emirate von rund 12,30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf etwa 21,01 Milliarden US-Dollar bis 2031 anwachsen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 11,29 %. Technologische Innovationen, Investitionen in Logistik und Fulfillment sowie regulatorische Erleichterungen für ausländische Unternehmer treiben diese Entwicklung weiter voran. Für Unternehmen, die bereits im Online-Handel tätig sind oder eine Expansion nach Dubai beziehungsweise in die VAE planen, eröffnet der Verkauf über Amazon somit langfristig attraktive Perspektiven.
Welche Vorteile bietet Amazon.ae für Händler?
Der Verkauf von Produkten über Amazon.ae bietet Händlern in den Vereinigten Arabischen Emiraten zahlreiche Vorteile. Amazon zählt auch in den VAE zu den führenden Online-Marktplätzen und erreicht täglich eine große Anzahl kaufbereiter Nutzer. Trotz zunehmenden Wettbewerbs wächst die Nachfrage nach Online-Einkäufen kontinuierlich weiter. Für viele Einwohner der VAE ist Amazon die bevorzugte Plattform für den digitalen Einkauf, was den Marktplatz besonders attraktiv für Händler macht.
Neben der hohen Reichweite bietet Amazon.ae weitere strukturelle Vorteile, die den Einstieg und den laufenden Betrieb erleichtern.
Leichter Start mit minimalen Anfangskosten: Amazon ermöglicht einen vergleichsweise einfachen Markteintritt, auch für Händler mit geringem Startkapital. Die Kosten für das Einstellen von Produkten sind überschaubar und Verkaufsgebühren fallen in der Regel erst dann an, wenn tatsächlich Umsätze erzielt werden. Dadurch lassen sich finanzielle Risiken zu Beginn gut kontrollieren.
Direkter Zugriff auf eine breite Käuferschaft: Amazon ist für viele Konsumenten in den VAE die erste Anlaufstelle beim Online-Shopping. Händler profitieren dadurch von einer hohen Sichtbarkeit ihrer Produkte und dem direkten Zugang zu einer großen, digital affinen Käuferschaft, ohne selbst umfangreiche Marketing- oder Traffic-Maßnahmen aufbauen zu müssen.
Nutzung des bestehenden Markenvertrauens von Amazon: Der Aufbau von Vertrauen ist insbesondere für neue Unternehmen und Marktteilnehmer eine zentrale Herausforderung. Amazon genießt in den VAE ein hohes Maß an Bekanntheit und Vertrauen. Händler können von diesem bestehenden Markenimage profitieren, da Kunden Käufe über eine etablierte Plattform häufig als sicherer wahrnehmen als über unbekannte Online-Shops.
Effiziente Versand- und Fulfillment-Lösungen: Durch den Verkauf auf Amazon erhalten Händler Zugriff auf Fulfillment by Amazon (FBA). Amazon übernimmt dabei die Lagerung, Verpackung, den Versand sowie den Kundenservice und die Retourenabwicklung. Dies reduziert den organisatorischen Aufwand erheblich und ermöglicht es, Produkte mit Prime-Versand anzubieten, was sich positiv auf die Liefergeschwindigkeit und die Kundenzufriedenheit auswirken kann.
Zentrale Verwaltung und Skalierbarkeit: Alle Produkte und Verkäufe werden über ein zentrales Verkäuferkonto gesteuert. Dies erleichtert die Verwaltung von Lagerbeständen, Preisen und Bestellungen. Besonders für Händler, die mehrere Marktplätze bedienen oder eine internationale Expansion planen, bietet diese zentrale Struktur eine gute Grundlage für ein skalierbares Geschäftsmodell.
Wie wird man ein Verkäufer bei Amazon in Dubai?
Um als Verkäufer auf Amazon in Dubai tätig zu werden, ist eine gültige Handelslizenz in den Vereinigte Arabische Emirate erforderlich. Diese Handelslizenz bildet die rechtliche Grundlage für den Betrieb eines Handelsunternehmens und ist Voraussetzung, um Produkte auf Amazon.ae listen und verkaufen zu dürfen. Händler müssen hierfür ein Unternehmen in den VAE gründen, da Amazon ausschließlich mit rechtlich registrierten Geschäftseinheiten zusammenarbeitet.
Die Gründung eines Unternehmens in Dubai stellt sicher, dass alle lokalen Handels-, Steuer- und Compliance-Vorgaben eingehalten werden. Erst nach erfolgreicher Lizenzierung ist es möglich, ein Amazon-Seller-Konto zu eröffnen und den Verkaufsprozess offiziell zu starten.
Schritte zur Erlangung der Handelslizenz in Dubai
Der Weg zur Handelslizenz und damit zum Amazon-Verkauf in Dubai umfasst mehrere grundlegende Schritte:
- Entscheidung zwischen einer Unternehmensgründung in einer Freezone oder auf dem Mainland
- Auswahl eines Firmennamens gemäß den behördlichen Namensrichtlinien
- Vorbereitung und Einreichung der erforderlichen Unterlagen für die Handelslizenz
- Beantragung eines Aufenthaltsvisums für Geschäftsinhaber und gegebenenfalls Mitarbeiter
- Eröffnung eines Geschäftsbankkontos in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Je nach Geschäftsmodell, Zielmarkt und geplanter Amazon-Strategie können sich die Anforderungen unterscheiden. Eine falsche Strukturwahl oder unvollständige Anträge können zu Verzögerungen im Genehmigungsprozess führen.
Unterstützung bei der Firmengründung und Lizenzbeantragung
Aufgrund der formalen Anforderungen und behördlichen Prozesse empfiehlt es sich, bei der Firmengründung in Dubai auf erfahrene Dienstleister zurückzugreifen. Spezialisierte Anbieter für Unternehmensgründungen, wie HeyDubai, unterstützen Unternehmer bei der Auswahl der passenden Unternehmensform, der Kommunikation mit den zuständigen Behörden sowie der vollständigen Abwicklung des Lizenzantrags. Dies kann den Prozess deutlich beschleunigen und rechtliche Risiken minimieren.
Kosten einer Handelslizenz in Dubai: Was Amazon-Händler einplanen sollten
Die Kosten für eine Handelslizenz in Dubai hängen von mehreren Faktoren ab und lassen sich nicht pauschal festlegen. Maßgeblich sind unter anderem die geplante Unternehmensstruktur, die Anzahl der benötigten Aufenthaltsvisa, der Bedarf an physischen Büroräumen sowie die Entscheidung zwischen einer Unternehmensgründung in einer Freezone oder auf dem Mainland der Vereinigte Arabische Emirate.
In der Praxis bewegen sich die Kosten für eine Handelslizenz für ein Handelsunternehmen in Dubai in der Regel zwischen 20.000 und 60.000 AED. Diese Preisspanne deckt unterschiedliche Gründungsmodelle ab – von schlanken Setups für Online-Händler bis hin zu umfangreicheren Strukturen mit mehreren Visa und zusätzlichen Genehmigungen.
Für Unternehmer, die insbesondere den Verkauf über Amazon planen und ihre Anfangskosten möglichst gering halten möchten, stellt die Gründung in einer Freezone häufig die kosteneffizienteste Option dar. Freezones bieten meist transparente Paketpreise, reduzierte Anforderungen an Büroräume und einen vereinfachten Verwaltungsaufwand. Mainland-Lizenzen können hingegen sinnvoll sein, wenn eine stärkere lokale Präsenz oder zusätzliche Geschäftstätigkeiten innerhalb der VAE vorgesehen sind.
Wie eröffnet man ein Seller-Account auf Amazon für die VAE?
Nach Abschluss der Unternehmensgründung in den Vereinigte Arabische Emirate kann ein Verkäuferkonto bei Amazon eingerichtet werden. Die Registrierung für einen Amazon Seller Account auf Amazon.ae ist grundsätzlich unkompliziert und erfolgt vollständig online. Verkäufer müssen im Rahmen des Anmeldeprozesses ihre Unternehmensdaten hinterlegen und einen passenden Verkäuferplan auswählen.
Für die erfolgreiche Einrichtung eines Amazon-Verkäuferkontos in den VAE verlangt Amazon die Angabe und Verifizierung mehrerer geschäftsrelevanter Informationen.
Erforderliche Angaben für den Amazon Seller Account in den VAE
Zur Registrierung auf Amazon.ae werden in der Regel folgende Unterlagen und Daten benötigt:
- Name, Adresse und Kontaktinformationen des Unternehmens
- Ein geschäftsfähiges Bankkonto
- Eine aktive Telefonnummer
- Geschäfts-E-Mail-Adresse oder Amazon-Kundenkonto
- Nationale Identifikationskarte (Emirates ID)
- Handelslizenz/ Gewerbeschein
Amazon prüft diese Angaben im Rahmen eines Verifizierungsprozesses, um sicherzustellen, dass der Verkäufer den lokalen rechtlichen Anforderungen entspricht.
Verkäuferpläne auf Amazon.ae: Individuell oder Professionell
Amazon bietet Verkäufern in den VAE zwei unterschiedliche Verkäuferpläne an:
- Individueller Verkäuferplan: Dieser Plan eignet sich für Händler mit geringem Verkaufsvolumen, die weniger als 40 Produkte pro Monat verkaufen und keine erweiterten Verkaufstools benötigen.
- Professioneller Verkäuferplan: Richtet sich an Händler, die regelmäßig oder in größeren Mengen verkaufen möchten. Er bietet Zugriff auf zusätzliche Funktionen, Analyse-Tools und Programme von Amazon, die für den professionellen Handel ausgelegt sind.
Ein wesentlicher Vorteil des professionellen Verkäuferplans liegt in der nutzungsabhängigen Kostenstruktur. Gebühren fallen primär dann an, wenn tatsächlich Verkäufe erzielt werden, wobei ein prozentualer Anteil des Umsatzes einbehalten wird. Dadurch lässt sich die finanzielle Belastung zu Beginn gut kalkulieren, insbesondere für Unternehmer, die ihr Amazon-Geschäft schrittweise aufbauen möchten.
Verkauf über Amazon.ae im Vergleich zu Amazon Europa und USA
Der Verkauf über Amazon.ae unterscheidet sich in mehreren zentralen Punkten vom Verkauf auf den europäischen Amazon-Marktplätzen oder in den USA. Während Amazon Europa und Amazon.com vor allem durch ein sehr hohes Verkaufsvolumen und einen intensiven Wettbewerb geprägt sind, bietet Amazon.ae einen vergleichsweise jungen, aber schnell wachsenden Markt mit geringerer Marktsättigung.
Amazon.ae richtet sich primär an Konsumenten in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Golfregion. Die Nachfrage ist stark kaufkraftgetrieben, wobei insbesondere Markenprodukte, Elektronik, Haushaltswaren und Premiumartikel gefragt sind. Im Vergleich zu Europa sind die Anforderungen an Produktlokalisierung geringer, da Englisch weit verbreitet ist. Gleichzeitig spielen kulturelle Aspekte, Produktauswahl und Preispositionierung eine wichtige Rolle.
Der Verkauf auf Amazon Europa oder in den USA aus Dubai heraus ist ebenfalls möglich, erfordert jedoch zusätzliche strategische und operative Planung. Händler müssen dabei Themen wie internationale Logistik, Umsatzsteuerregistrierungen in mehreren Ländern, Importbestimmungen sowie längere Lieferzeiten berücksichtigen. Während die Reichweite und das Umsatzpotenzial in Europa und den USA deutlich höher sein können, steigen auch die Komplexität und die laufenden Kosten.
Für viele Händler kann Amazon.ae daher ein sinnvoller Einstieg oder Ergänzungsmarkt sein, während Amazon Europa und die USA eher für skalierte Geschäftsmodelle mit entsprechender Infrastruktur geeignet sind.
Ist eine arabische Übersetzung der Produktseite auf Amazon.ae erforderlich?
Für den Verkauf von Produkten auf Amazon in den Vereinigte Arabische Emirate ist eine Übersetzung der Produktseiten ins Arabische nicht verpflichtend. Amazon.ae wird überwiegend auf Englisch betrieben, und sowohl Produktlistings als auch die Kundenkommunikation erfolgen in der Regel in englischer Sprache.
Englisch ist im geschäftlichen und digitalen Umfeld der VAE weit verbreitet und wird von einem Großteil der Konsumenten problemlos genutzt. Für internationale Händler vereinfacht dies den Markteintritt erheblich, da keine zusätzliche Lokalisierung der Inhalte notwendig ist. Eine optionale arabische Übersetzung kann je nach Produkt und Zielgruppe sinnvoll sein, ist jedoch keine Voraussetzung für den Verkaufserfolg auf Amazon.ae.
Welche Produkte sind auf Amazon in den VAE besonders gefragt?
Der Online-Handel in den VAE weist eine klare Nachfrage nach bestimmten Produktkategorien auf, die sich auch auf Amazon.ae als besonders verkaufsstark etabliert haben. Diese Kategorien profitieren von einer hohen Kaufkraft, einer stark konsumorientierten Bevölkerung sowie einer hohen Akzeptanz des Online-Shoppings.
Zu den besonders gefragten Produktkategorien zählen unter anderem:
- Elektronik und technisches Zubehör
- Mode und Bekleidung
- Hobby-, Freizeit- und Sportartikel
- Kosmetik- und Pflegeprodukte
- Spielzeug und Kinderartikel
- Heimwerkerbedarf und DIY-Produkte
- Haushaltswaren und Wohnaccessoires
Diese Produktsegmente verzeichnen auf Amazon in den VAE eine konstant hohe Nachfrage und bieten Händlern gute Marktchancen. Eine gezielte Ausrichtung des Sortiments auf diese Kategorien, kombiniert mit wettbewerbsfähigen Preisen und zuverlässiger Logistik, kann die Sichtbarkeit und Verkaufschancen auf dem Marktplatz deutlich verbessern.
Welche Produkte dürfen in den VAE nicht auf Amazon verkauft werden?
Beim Verkauf von Produkten in den Vereinigte Arabische Emirate über Amazon müssen Händler sowohl die lokalen gesetzlichen Vorgaben als auch kulturelle und religiöse Rahmenbedingungen berücksichtigen. Nicht alle Produktarten, die in Europa oder den USA frei handelbar sind, dürfen in den VAE verkauft oder beworben werden.
Amazon.ae orientiert sich bei der Zulassung von Produkten an den geltenden Gesetzen der VAE sowie an eigenen Richtlinien. Produkte, die gegen diese Vorgaben verstoßen, können abgelehnt, gesperrt oder nachträglich von der Plattform entfernt werden.
Verbotene und eingeschränkt zulässige Produktkategorien
Zu den Produktkategorien, die in den VAE grundsätzlich verboten oder stark eingeschränkt sind, zählen unter anderem:
- Produkte im Zusammenhang mit Glücksspiel
- Artikel mit Bezug zu Wahrsagerei, Horoskopen, schwarzer Magie oder okkulten Praktiken
- Produkte, die Schweinefleisch oder daraus gewonnene Bestandteile enthalten
- Erotik- und pornografische Produkte sowie sexuell explizite Inhalte
Diese Einschränkungen ergeben sich aus religiösen, kulturellen und rechtlichen Vorgaben und gelten unabhängig davon, ob der Verkauf online oder offline erfolgt.
Bedeutung der Produkt- und Inhaltsprüfung
Neben der Produktkategorie selbst spielen auch Produktbeschreibungen, Bilder und Marketinginhalte eine wichtige Rolle. Selbst grundsätzlich zulässige Produkte können abgelehnt werden, wenn Darstellungen oder Texte als unangemessen oder kulturell sensibel eingestuft werden. Händler sollten daher sicherstellen, dass ihre Produktlistings den lokalen Standards entsprechen und neutral formuliert sind.
Da sich Regularien und Amazon-Richtlinien ändern können, empfiehlt es sich, vor dem Verkauf eine sorgfältige Prüfung der jeweiligen Produktkategorie vorzunehmen oder fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen. Dies hilft, rechtliche Risiken zu vermeiden und eine dauerhafte Listung auf Amazon.ae sicherzustellen.
Amazon FBA aus Dubai: Logistik, Lagerung und Versand
Beim Amazon FBA (Fulfillment by Amazon) aus Dubai stehen Händlern grundsätzlich zwei Modelle zur Verfügung: der Verkauf über Amazon.ae mit lokalem Fulfillment oder der Versand von Waren aus Dubai in internationale Amazon-Fulfillment-Zentren, beispielsweise in Europa oder den USA.
Für den Verkauf über Amazon.ae können Produkte entweder direkt in den VAE gelagert oder über regionale Logistikpartner an Amazon-Lager geliefert werden. Dieses Modell ermöglicht kurze Lieferzeiten, eine hohe Kundenzufriedenheit und die Nutzung des Amazon-Prime-Programms innerhalb der Region. Voraussetzung ist eine stabile lokale Logistikstruktur sowie die Einhaltung der Amazon-Richtlinien für Verpackung, Kennzeichnung und Produktkonformität.
Beim internationalen Amazon-FBA-Modell werden Waren aus Dubai in Amazon-Fulfillment-Zentren außerhalb der VAE versendet. Hierbei spielen Transportkosten, Zollabwicklung und Lieferzeiten eine zentrale Rolle. Händler müssen sicherstellen, dass alle Einfuhrbestimmungen eingehalten werden und die Waren korrekt verzollt sind, bevor sie in die jeweiligen Amazon-Lager eingebucht werden.
Unabhängig vom gewählten Modell bietet Amazon FBA den Vorteil, dass Lagerung, Versand, Kundenservice und Retourenabwicklung von Amazon übernommen werden. Für Händler aus Dubai bedeutet dies eine erhebliche operative Entlastung, erfordert jedoch eine sorgfältige Kalkulation der FBA-Gebühren und Logistikkosten.
Kann man auf Amazon.ae verkaufen, ohne nach Dubai auszuwandern?
Grundsätzlich ist es möglich, auf Amazon.ae zu verkaufen, ohne dauerhaft in Dubai zu leben. Für die Eröffnung eines Verkäuferkontos auf Amazon in den Vereinigte Arabische Emirate sind jedoch bestimmte formale Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu zählen insbesondere eine gültige Handelslizenz in den VAE sowie eine Emirates ID, die in der Regel mit einem Aufenthaltsvisum (Residence Visa) verbunden ist.
Auch wenn ein Residence Visa erforderlich ist, bedeutet dies nicht zwingend, dass der Lebensmittelpunkt dauerhaft in Dubai liegen muss. In der Praxis ist es möglich, weiterhin in einem anderen Land – beispielsweise in Deutschland – zu wohnen, sofern die Vorgaben zur Visanutzung eingehalten werden. Dazu gehört insbesondere die sogenannte 183-Tage-Regel, nach der sich der Visuminhaber nicht länger als 183 Tage ununterbrochen außerhalb der VAE aufhalten darf. Innerhalb dieses Zeitraums ist mindestens eine Einreise in die VAE erforderlich, um den Aufenthaltsstatus aufrechtzuerhalten.
In Dubai leben und weiterhin über Amazon in Deutschland oder Europa verkaufen
Umgekehrt ist es ebenfalls möglich, in Dubai zu leben und gleichzeitig als Amazon-Verkäufer weiterhin auf den deutschen oder europäischen Amazon-Marktplätzen aktiv zu sein. Entscheidend ist dabei, dass das jeweilige Amazon-Geschäft weiterhin über eine in Deutschland oder Europa registrierte Firma betrieben wird.
Besteht die Amazon-Tätigkeit über eine in Deutschland angemeldete Gesellschaft, unterliegen die dort erzielten Gewinne grundsätzlich weiterhin der Steuerpflicht im jeweiligen europäischen Land. Der Wohnsitz in Dubai ändert zunächst nichts an der steuerlichen Behandlung der Gewinne auf Unternehmensebene. Händler müssen daher klar zwischen Wohnsitz, Unternehmenssitz und Verkaufsmarktplatz unterscheiden.
Für international tätige Amazon-Händler ist eine saubere rechtliche und steuerliche Trennung der Geschäftsstrukturen besonders wichtig. Eine individuelle Beratung kann helfen, Risiken zu vermeiden und sicherzustellen, dass sowohl lokale als auch internationale Vorschriften eingehalten werden.
Steuern, VAT und Zoll beim Amazon-Verkauf aus Dubai
Die steuerliche Behandlung beim Amazon-Verkauf aus Dubai hängt maßgeblich davon ab, auf welchen Marktplätzen verkauft wird und wo die Waren gelagert werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten gilt eine Mehrwertsteuer (VAT) von derzeit 5 %, die bei lokalen Verkäufen auf Amazon.ae entsprechend zu berücksichtigen ist. Verkäufer müssen in der Regel für VAT registriert sein, sofern die gesetzlichen Schwellenwerte überschritten werden oder eine Registrierung verpflichtend ist.
Beim Verkauf auf Amazon Europa oder in den USA aus Dubai ergeben sich zusätzliche steuerliche Verpflichtungen. Werden Waren in europäischen Amazon-Lagern gelagert, ist in der Regel eine Umsatzsteuerregistrierung in den jeweiligen Ländern erforderlich. Zudem müssen innergemeinschaftliche Lieferungen, Einfuhrumsatzsteuer und laufende Umsatzsteuererklärungen berücksichtigt werden. Ähnliche Regelungen gelten für den Verkauf in den USA, abhängig vom jeweiligen Bundesstaat und dem sogenannten „Nexus“.
Auch Zollthemen spielen eine wichtige Rolle. Beim Versand von Waren aus Dubai in andere Länder fallen je nach Produktkategorie Zölle, Einfuhrabgaben und Dokumentationspflichten an. Eine fehlerhafte Zollabwicklung kann zu Verzögerungen, zusätzlichen Kosten oder der Sperrung von Amazon-Listings führen.
Aufgrund der Komplexität empfiehlt sich für Amazon-Händler aus Dubai eine frühzeitige steuerliche und zollrechtliche Planung, um rechtliche Risiken zu minimieren und einen reibungslosen Verkaufsprozess sicherzustellen.
Steuerliche Regelungen bei Amazon-Geschäft in den VAE und Wohnsitz in Deutschland
Betreibt ein Händler ein Amazon-Geschäft in den Vereinigte Arabische Emirate und hat gleichzeitig seinen Wohnsitz in Deutschland, greifen sowohl die steuerlichen Vorschriften der VAE als auch die deutschen Steuerregelungen. Die steuerliche Behandlung hängt dabei von der Unternehmensstruktur, dem Ort der Geschäftsleitung sowie dem persönlichen Steuerstatus des Unternehmers ab.
Unternehmensbesteuerung in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Unternehmen in den VAE, die über Amazon auf Amazon.ae verkaufen, unterliegen grundsätzlich der Körperschaftsteuer (Corporate Tax). Diese beträgt derzeit 9 % auf steuerpflichtige Gewinne, die den Freibetrag von 375.000 AED pro Jahr überschreiten. Gewinne unterhalb dieser Grenze bleiben steuerfrei.
Zusätzlich fällt in den VAE eine Umsatzsteuer (VAT) von 5 % auf steuerpflichtige Umsätze an. Die Verpflichtung zur VAT-Registrierung und -Abführung besteht unabhängig vom persönlichen Wohnsitz des Unternehmers, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Steuerliche Pflichten bei Wohnsitz in Deutschland
Hat der Unternehmer weiterhin seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, gelten zusätzlich die deutschen Steuerregelungen. Nach deutschem Steuerrecht unterliegen unbeschränkt steuerpflichtige Personen grundsätzlich der Besteuerung ihres weltweiten Einkommens. Dies kann auch Einkünfte aus ausländischen Unternehmensbeteiligungen oder Geschäftsführertätigkeiten umfassen.
Ob und in welchem Umfang Gewinne aus einem Unternehmen in den VAE in Deutschland steuerlich relevant werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von:
- der rechtlichen Ausgestaltung des Unternehmens,
- dem Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung,
- bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen,
- sowie der persönlichen steuerlichen Situation des Unternehmers.
Bedeutung einer individuellen steuerlichen Prüfung
Aufgrund der Komplexität grenzüberschreitender Geschäftsmodelle ist eine pauschale steuerliche Bewertung nicht möglich. Für Amazon-Händler mit Unternehmenssitz in den VAE und Wohnsitz in Deutschland ist eine individuelle steuerliche Beratung empfehlenswert, um Doppelbesteuerung zu vermeiden und alle gesetzlichen Pflichten korrekt zu erfüllen.
Zusammenfassung:
Der Verkauf über Amazon in Dubai bietet Unternehmern eine interessante Möglichkeit, ihr Online-Geschäft im wachsenden E-Commerce-Markt der Vereinigte Arabische Emirate zu positionieren. Voraussetzung sind eine ordnungsgemäße Unternehmensgründung sowie die Einhaltung der lokalen steuerlichen und rechtlichen Vorgaben. Mit Fulfillment by Amazon (FBA) lässt sich der operative Aufwand reduzieren und der Markteintritt effizient gestalten.

